Stimmen zum Roman

„Dezemberfieber“ ist ein eindrücklicher Roman, der sich seinem Thema nicht bereits im Vorfeld verklärend annähert. Er verzichtet weitgehend auf überstrapazierte Klischees in Zusammenhang mit Depression und einer vielbeschworenen „schlechten Kindheit“. Vielmehr ist der Roman aufrichtig am Innenleben seiner Akteure interessiert und entwickelt nachvollziehbare Figuren. Welchen Umgang pflege ich mit dem Schicksal, das mich getroffen, mit der Vergangenheit, die ich durchlitten habe? Kann ich davor fliehen? Was bleibt einmal von mir? Und vor allem: wie viel mehr Zerstörung als Worte und Tatsachen richtet das Schweigen an? Trashpool-Herausgeber Frank Rudkoffsky ist diesen Fragen in seinem Roman immer wieder auf der Spur und es gelingt ihm, eine beschwerliche Reise nicht ausschließlich düster-melancholisch zu zeichnen. „Dezemberfieber“ ist kein niederschmetternd deprimierender Text, vielmehr ist er immer wieder von Humor durchsetzt, der zwischen dem Dunkel hindurchschimmert. Ein menschlicher, empathischer und warmherziger Roman vom Scheitern der Normalität und der Brüchigkeit des Gewöhnlichen. Sophie Weigand, Literaturen

Generell scheinen bei duotincta keine Anfänger am Werk zu sein. Das Startprogramm zeugt von einem guten Händchen. Anspruchsvolle und zugleich unterhaltsame Belletristik wollen sie anbieten und sowohl Frank Rudkoffsky als auch die anderen beiden Autoren des Verlags passen da augenscheinlich gut ins Bild. Aber können diese Newcomer auch schreiben? Nach den ersten Seiten von Dezemberfieber atmete ich befreit durch. Ja, zumindest Frank Rudkoffsky kann es. Sehr gut sogar. […] Bisher dachte ich, Rolf Lapperts Roman „Über den Winter“ wäre das traurigste Buch, was ich in diesem Jahr gelesen habe. […] Aber Frank O. Rudkoffsky […] hat das getoppt und einen noch traurigeren Roman geschrieben. Ich habe das Buch am Ende tief bewegt aus der Hand gelegt und gedacht: Mist, das wird jetzt leider doch eine typische Jubel-Perser-Rezension. Tobias Nazemi, Buchrevier

Ein Erstling, der es vermag, den Leser sowohl eng an die Handlung und den Helden zu binden, den man manchmal ob seines abgedrehten Verhaltens einfach mal durchschütteln möchte. Eindrucksvoll gelingt es Frank O. Rudkoffsky zudem, sowohl die Gegensätze, die Stimmung und Reize des asiatischen Landes zu beschreiben, als auch detail- und bilderreich Szenen auszugestalten. Großer Verdienst des Buches ist es allerdings auch, die Aufmerksamkeit auf die Krankheit Depression zu richten. Ein Thema, das in der Öffentlichkeit noch längst nicht angekommen ist und noch immer nicht offen debattiert werden kann. Constanze Matthes, Zeichen und Zeiten.

Dieser Roman ist der Wahnsinn! Er geht mir unter die Haut, berührt mein Herz und meine Seele. Vor allem die Briefe zwischen Bastians Eltern lassen keinen Leser kalt. Was ich hier lese, treibt mir die Tränen in die Augen. Sie sind voller Liebe und Zärtlichkeit, aber auch voller Abgründe, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ich habe noch nie etwas Derartiges gelesen. Frank O. Rudkoffsky schafft es in diesen Briefen, eine Krankheit und deren Ausmaß darzustellen, das man förmlich spüren kann, was Depressionen mit einem Menschen machen können. Angelika Abels, Angelika liest

Die Sprache verläuft von poetisch, stark ausgefeilten Sätzen bis zu krass, voller Gewalt, kafkaesken Sequenzen, in denen Realität und Traum immer mehr verschwimmt, je schlechter es Bastian geht. […] Aber das Buch ist kein Melodrama. Es gibt viele kleine Anekdoten im Buch, die mich immer wieder schmunzeln ließen. Zum Beispiel alle Anspielungen auf Bastians Hypochondrie, die ihn auch schon als Kind und Jugendlicher in tiefe Ängste und skurrile Situationen stürzen ließen. Ja, diese Hilfeschreie nach Aufmerksamkeit sind eigentlich nicht witzig, rissen mich aber trotzdem aus der Schwermut, in die mich die eindringlichen Beschreibungen der Depressions-Auswirkungen brachten. Silvia Walter, Leckere Kekse…

Ich mag an „Dezemberfieber“ die Sprache. Ich mag einzelne Szenen, wie beispielsweise dass die Zikaden aufschrillen, als Bastian und die fremde Frau sich anschauen. Ich mag den Wechsel aus Gegenwart und Vergangenheit im Spiel der Perspektiven. Was ich an Dezemberfieber nicht mag, ist Bastian. Ganz unerträglich finde ich den egozentrischen Kerl. Wie ihm in der Hitze Thailands alles entgleitet, ist absolut glaubwürdig und einfühlsam beschrieben. Bloß würde ich ihn, während er säuft und sich bemitleidet und sich aufführt wie ein Vollidiot, am liebsten packen und schütteln, auf dass er endlich aufwachen und sich seinem Schmerz stellen möge. […] Das ist natürlich höchst subjektiv. Daran, dass Dezemberfieber ein gutes Buch ist, ändert das nichts. Mareike Fallwickl, Bücherwurmloch.

Die Sprache ist sehr bildhaft. Manchmal erinnert sie an eine Reisekomödie. Sie lockert das Lesen auf und macht die Lektüre trotz schwerer Themen nicht zu schwer. […] Das beste Buch das ich seit langer Zeit gelesen habe. Wohlkonzipiert, recherchiert und einfach gut geschrieben. Annas Bücherecke

„Das Buch ist richtig starker Tobak“, urteilt Caroline Grafe, die beruflich in der Lizenzabteilung von Klett arbeitet und privat den Literatursalon Lit.Quartier betreibt. Einsprengsel wie Tagebucheinträge und Schriftverkehre würden der Geschichte ein authentische Anmutung verleihen. Der Autor hatte Grafe sein Manuskript auf gut Glück zugeschickt. Nach der Lektüre war sie davon so überzeugt, dass sie ihn zur Lesung einlud. Grafe setzt üblicherweise nicht auf Lokalautoren: Ein Buch muss gut sein, woher sein Autor stammt, ist ihr egal. […] Auf den Nachbarn und Autoren Rudkoffsky freut sich Grafe. Er habe eine offene und einfühlsame Art, daher ist sie überzeugt, dass er leicht mit den Zuhörern ins Gespräch findet. Kathrin Wesely, Stuttgarter Zeitung am 18. November 2015.

„Frank Rudkoffsky schaffte es, bei seiner Lesung eine besondere Atmosphäre zu erzeugen“, freut sich [die Buchhändlerin] Anne von Bestenbostel. […] Insgesamt 40 Zuhörer lauschten Frank Rudkoffsky, als dieser ausgewählte Stellen aus seinem Debütroman vorlas. „Man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, beschreibt Bestenbostel die Stimmung während der Lesung begeistert. Den Zuhörern hat der Abend gefallen. Viele von ihnen ließen sich nach dem Ende der Lesung ihr Buchexemplar von Frank Rudkoffsky signieren. Nordwest-Zeitung am 6. November 2015

Mit dem Schreiben ist es ihm ernst, und er will Qualität abliefern. […] „Dezemberfieber“ ist keine leichte, lockere Lektüre, auch wenn es sich um einen Reise- und Familienroman handelt. Aber die Familie, um die es geht […] ist alles andere als glücklich. Und die Reise nach Thailand kein entspanntes Strandvergnügen. Der ziemlich unreife Bastian muss sich vielmehr der Vergangenheit und der Gegenwart stellen und – endlich – erwachsen werden. Das gelingt nur unter Gefahren und Schmerzen. Ellen Reim, Kreiszeitung Wesermarsch am 21. Oktober 2015

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