Mittnachtstraße

„Mittnachtstraße“ bei SWR2-Lesezeichen

IMG_5971Was für eine tolle erste Vorstellung von Mittnachtstraße! Für die Sendung Lesezeichen traf mich SWR2-Redakteurin Silke Arning zum Interview an den Schauplätzen des Romans beim Stuttgarter Nordbahnhof. Der Stuttgarter Norden ist ein besonderer Ort, heißt es in ihrem sehr treffenden Beschreibungstext zum Radiobeitrag. Auf engstem Raum treffen hier verschiedene Welten aufeinander: Kleingartenanlage und wildes Urban Gardening, Container-Dorf der freien Kunstszene und eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Nebeneinander von Geschichte und Gegenwart verortet der Stuttgarter Autor, Literaturblogger und Literaturstipendiat des Landes Baden-Württemberg Frank Rudkoffsky seinen neuen Roman „Mittnachtstraße“. Mit scharfem und unerbittlichem Blick seziert er Befindlichkeiten und Generationenkonflikte.

In ihrem – wie ich finde, wirklich gelungenen – Beitrag schildert Silke Arning ihre Eindrücke vom Setting des Romans und befragt mich zu dessen zentralen Motiven. Das Fazit ihrer Buchvorstellung freut mich natürlich ganz besonders: „Mittnachtstraße ist ein beeindruckender Roman […]. Als intellektueller Autor lotet Frank Rudkoffsky die Untiefen seiner Figuren aus. Für die Männer in dieser Geschichte gibt es kein Entkommen.“

Hier könnt ihr euch den ganzen Beitrag anhören!

Endstation: Mittnachtstraße

Eigentlich ging es diesmal ja sehr viel schneller als sonst: Nach ziemlich genau einem Jahr zwischen Lockdowns und Schreibmarathons sowie einer ungefähr genauso langen Konzeptphase habe ich Ende Februar den letzten Punkt unter meinen dritten Roman Mittnachtstraße gesetzt. Trotzdem konnte ich kaum erwarten, dass ihr das Buch endlich lesen könnt und ich damit auf die Bühne darf. Und nun ist es tatsächlich soweit: Die nächste Woche dürfte mit der Buchpremiere in Berlin am Mittwoch, der Veröffentlichung bei Voland & Quist am Donnerstag und der Hamburg-Lesung am Freitag ein einziger Endorphinrausch werden – zumal „Mittnachtstraße“ am Samstag dann auch gleich bei Lesezeichen auf SWR2 vorgestellt wird!

Ich hoffe, ich darf viele von euch bei meinen ersten Lesungen aus dem Roman sehen – und wünsche euch viel Freude beim Lesen meines so schön gewordenen Buches!

„Mittnachtstraße“ erscheint in einem Monat!

haltestelle mittnachtstrasseSo langsam bin ich aufgeregt: In etwas mehr als einem Monat erscheint bei Voland & Quist mein dritter Roman Mittnachtstraße – und tatsächlich war ich noch nie so stolz auf ein Buch, das ich geschrieben habe.

Es geht um so vieles in diesem Roman. Es geht um Söhne und Väter und darum, wie schwer es ist, Prägungen loszuwerden, die tiefer sitzen, als uns das lieb ist. Darum, dass wir alle vermeiden wollen, die Fehler unserer Eltern zu wiederholen, ihnen, je älter wir werden, aber trotzdem immer ähnlicher werden. Es geht um die generationenübergreifenden Verheerungen, die toxische und fragile Männlichkeit anrichten, um alte weiße Männer und einen Kleingartenverein im Generationenkonflikt, um Demenz und die Frage, ob eine Bürde auch zu groß sein kann, um sie anzunehmen. Es geht um einen Familienvater, der sich selbst für einen guten Menschen hielt, einen besseren als seinen Vater – und der von seinem eigenen Sohn als Heuchler entlarvt wird. Es geht um einen Mann, der sich so tief in Schuld verstrickt, dass er sich vor seiner Familie versteckt, und um seinen zweifelhaften Versuch, sich als „Weißer Retter“ wieder reinzuwaschen. Es geht um die Frage, was einen guten Menschen, einen guten Mann ausmacht – und was das mit der sozialen Frage zu tun hat. Es geht um eine heimliche Liebe zu Büchern und darum, was wir alles tun, um anerkannt zu werden. Es geht um den Nordbahnhof in Stuttgart zwischen altem Eisenbahnerviertel und Subkultur. Es geht um Depressionen und um Alkohol. Es geht um eine Tantramassage mit unerwartetem Ausgang. Es geht um die Klimakrise und Gratismut. Es geht um eine Schnecke, einen Hund und einen Vogel und die Hoffnung, dass zumindest eines dieser Tiere gerettet werden kann. Es geht, weil der Roman 2020 spielt, (am Rande) auch um die Pandemie. Es gibt zum ersten Mal in einem meiner Bücher einen echten Antagonisten, aber auch die schmerzhafte Erkenntnis, sich in Wahrheit selbst der größte Feind zu sein.

Ich habe beim Schreiben mancher Szenen herzhaft gelacht, bei anderen aber auch zum ersten Mal ernsthaft weinen müssen. Genau darum ich bin wirklich sehr gespannt, was mein Roman Mittnachtstraße mit euch machen wird. Und zwar ab dem 15. September!

Mittnachtstraße: Erste Termine und Leseprobe

Noch ist es ein bisschen hin, bis mein dritter Roman Mittnachtstraße am 15. September bei Voland & Quist erscheint – vorbestellen könnt ihr ihn aber schon jetzt! Ein Grund mehr zur Vorfreude auf den Herbst: Auch die ersten Lesungstermine stehen inzwischen fest. Premiere feiert der Roman am 14.9. in Berlin, zwei Tage später darf ich zum ersten Mal (und endlich) in Hamburg lesen – für die Veranstaltung im Kulturschloss Wandsbek gibt es sogar schon Tickets. So richtig voll wird’s dann im Oktober: Nach der Stuttgart-Premiere im Literaturhaus am 4.10. darf ich einen Tag später als kleine Zwischenstation die Rollen tauschen und in der Stadtbibliothek Stuttgart die Lesung von Mareike Fallwickl aus Die Wut, die bleibt moderieren, ehe ich am 6.10. in der Buchhandlung Sedlmair in Georgsmarienhütte aus Mittnachtstraße lese. Etwas Besonderes wird sicher, was wir am 15. Oktober in Stuttgart vorhaben: Moderiert von der Kulturvermittlerin Sara Dahme, plane ich einen Spaziergang mit Lesestationen an realen Handlungsorten des Romans – von der Haltestelle Mittnachtstraße beim Nordbahnhof geht’s weiter zu einer Eisenbahnerkneipe und anschließend in Richtung Kleingartenverein, Stadtacker und Container City. Details folgen bald! Ein paar Tage später geht’s dann auch schon mit der Frankfurter Buchmesse los – und für die kann ich zumindest schon mal einen Termin nennen: Am Mittwoch, dem 19.10. lese ich um 15 Uhr beim LiteraturBahnhof Frankfurt. Und kaum habe ich mich einigermaßen vom Messetrubel erholt, geht es auch schon weiter: Am 26.10. stelle ich Mittnachtstraße beim Literaturherbst Krumbach vor.

Alle bisher bestätigten und kommenden Lesungen findet ihr bei meinen Terminen und natürlich auch auf der Seite von Voland & Quist. Dort gibt’s mittlerweile auch die ersten beiden Kapitel des Romans als Leseprobe – die sorgt hoffentlich dafür, dass nicht nur meine Vorfreude auf den Herbst groß ist!

Geschafft!

ManuskriptFreude zu empfinden: Das ist dieser Tage gar nicht mal so einfach. Vielleicht spüre ich deshalb stattdessen gerade eher so etwas wie Erleichterung. Heute ist es genau ein Jahr her, seit ich die ersten Zeilen meines dritten Romans Mittnachtstraße schrieb. Es folgten ein langer Lockdown mit Schulschließung, mehrere Quarantänen, teils wiederholte Covid-Infektionen in der Familie – und dann ja auch noch diverse Schulferien und die ganz normalen Betreuungsausfälle, mit denen Eltern sich herumschlagen müssen. Keine einfachen Bedingungen, um einen Roman zu schreiben. Und trotzdem habe ich es geschafft: Vor zwei Tagen setzte ich das Wort Ende unter das Manuskript. Nun bin ich zwar nach einem Jahr voller Druck und Hindernisse bis auf auf die Knochen erschöpft, vor allem bin ich aber erleichtert – und ziemlich stolz. Darüber, dass ich es geschafft habe. Und noch viel mehr darüber, was ich da geschafft habe. Mittnachtstraße ist alles geworden, was ich mir von von dem Roman erhofft habe – aber darüber hinaus auch noch so viel mehr. Deshalb kann ich es kaum erwarten, euch bald mehr über das Buch zu erzählen. Und natürlich, dass ihr es lest: in diesem Herbst bei Voland & Quist!

Übrigens gab es dann am Tag der Fertigstellung dann doch noch einen Moment, in dem ich zumindest kurz die Weltlage vergessen und Freude empfinden konnte: Abends erreichte mich nämlich die Nachricht, dass der Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg meine Arbeit an Mittnachtstraße – die natürlich längst noch nicht zu Ende ist – mit einem Stipendium fördert!