Literaturblogs

Die Buchpreisblogger 2017

19225838_10158890121235578_729124526951754862_nBald ist es wieder so weit: Am 15. August wird die Longlist des Deutschen Buchpreises bekanntgegeben. Schon heute aber fällt der Startschuss für die Buchpreisblogger. Sechs Blogger lesen und besprechen die nominierten Titel und stellen sie auf ihren Kanälen zur Diskussion. In den vergangenen Jahren habe ich die Rezensionen und Debatten gerne als Leser verfolgt, umso mehr freue ich mich darüber, nun selbst Teil der illustren Bloggerbande sein zu dürfen. Wir treten dabei natürlich in große Fußstapfen – etwa in die der fabelhaften Sophie Weigand, die von Mr. Blogbuster Tobias Nazemi oder die tatsächlich sehr großen von Jochen Kienbaum (der so nett war, uns abermals das Logo zu gestalten).

Allerdings gibt es mindestens fünf Gründe, sich auch aufs neue Team zu freuen. Mit der Lektorin Isabella Caldart (Blog/Facebook) etwa kann man Pferde stehlen. Oder Zeitschriften machen. In jedem Fall aber: ganz großartig über Literatur sprechen. Sarah Reul aka Pinkfisch (Blog/Facebook) bringt als Buchhändlerin nicht nur Fachkenntnis, sondern auch Farbe und gute Laune ins Team, Mareike Fallwickl (Blog/Facebook) dagegen den nötigen Schmäh. Wenn die österreichische Bloggerin und Autorin über Bücher motzt, kann es schon mal unschön werden. Und lustig. Außerdem gehen wir frechen jungen Leute natürlich mit der Zeit und haben uns mit Ilke Sayan die beste Booktuberin ins Boot geholt, die sich der Börsenverein leisten konnte – da lassen wir uns nicht lumpen. Und Sandro Abbate (Blog/Facebook) et moi? Machen als Quotenkerle hoffentlich eine gute Figur!

Aber nicht nur das Team der Buchpreisblogger ist neu. Erstmals gibt es auch einen eigenen Blog, auf dem sämtliche Artikel gebündelt und Hintergrund-Artikel zum Deutschen Buchpreis veröffentlicht werden. Unsere Original-Posts teilen wir Blogger unter dem Hashtag #dbp17 über unsere eigenen Kanäle, die Beiträge werden zudem auch auf der Facebook-Seite des Deutschen Buchpreises zusammengeführt.

Bevor wir ab Mitte August mit dem Lesen beginnen, werden wir uns auf dem offiziellen Blog nacheinander vorstellen und sicher bereits über mögliche Longlist-Kandidaten sprechen. Ich freue mich schon auf die Lektüre der nominierten Titel und den Austausch mit allen, die mitlesen!

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]trash[pool #6 ist da!

Cover_trashpool_2015-07-02.inddWie peinlich! Zwar sitze ich schon seit Wochen auf zwei halbfertigen Blogartikeln herum, die ich dank #fbm15 und Dezemberfieber einfach nicht fertig kriege – aber dass die sechste Ausgabe von ]trash[pool endlich draußen ist, wäre durchaus eine Meldung wert gewesen… Spätestens jetzt gibt es aber einen großartigen Anlass, auf das neue Heft hinzuweisen: Auf Literaturen schrieb Sophie Weigand eine sehr, sehr tolle Rezension zu unseren letzten beiden Ausgaben! ]trash[pool #6 ist ab sofort über bestellung@trash-pool.de, das Kontaktformular meines Blogs sowie in Kürze auch bei unserem Vertriebspartner duotincta erhältlich!

Kein #Neuland in Sicht? Über Literaturblogs und (fehlende) Innovationen in der Verlagswelt

Es gibt einen guten Grund, warum ich als Autor meine Homepage aufgegeben habe, um stattdessen einen Blog zu führen: Es ist, wie ich glaube, die logische Konsequenz angesichts einer Literaturwelt im Umbruch. Die Art und Weise, wie Literatur wahrgenommen und sichtbar gemacht wird, hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert und den Weg für Innovationen bereitet. Etablierte Verlage müssen endlich angemessenere, bessere Antworten auf das finden, was Frau Merkel unlängst etwas unglücklich als Neuland bezeichnete.

Blogs machen dem Feuilleton die Deutungshoheit streitig

Längst kann das klassische Feuilleton nicht mehr die alleinige Deutungshoheit über Bücher und Autoren für sich beanspruchen; Rezensionen in Blogs oder Leserunden auf Plattformen wie Lovelybooks spielen eine immer wichtigere Rolle in der Rezeption von Literatur. Sie ermöglichen nicht nur einen ganz neuen Dialog zwischen Autor und Leser, sondern bilden dank der Vernetzung engagierter Buchliebhaber (bspw. We read Indie) auch ein Gegengewicht zu einer Verlagswelt, die sich teils im Programm, vor allem aber im Marketing bloß noch auf sichere Blockbuster verlässt. In der Masse fehlt inzwischen immer öfter die Klasse: Die inflationären Promi-Biografien etwa sind das literarische Äquivalent zu Katzenvideos auf Youtube. In den Blogs entscheiden (bestenfalls) aber weder Werbeetats noch Programmschwerpunkte, welche Bücher besprochen werden – eine große Chance für Indie-Verlage und ihre Autoren: Da stehen Blockbuster neben Nischentiteln, Klassiker neben Newcomern, Selfpublisher neben Starautoren. Sicher gibt es auch Beeinflussungen seitens der Verlage; jeder Blogger kämpft schließlich um das knappe Gut Aufmerksamkeit und die Chance, aus der Masse an Gleichgesinnten herauszustechen. Das ändert dennoch nichts daran, dass ihre Stimmen ernst genommen werden. Und zwar zurecht: Ich bin bereits in meiner ersten Woche auf WordPress auf so viele interessante Blogs (und Bücher!) gestoßen, dass ich mit dem Lesen kaum hinterher komme – und dabei habe ich wahrscheinlich gerade mal die Spitze des Eisbergs freigelegt [Anm.: Es steht jedem Leser frei, hier seine eigene Titanic-Analogie einzufügen; ich habe mir meine eigene gerade so verkneifen können.]. Wie ernst Verlage diese neuen Stimmen nehmen, zeigt sich nicht nur durch ihre große Bereitschaft zur Kooperation, sondern auch am aktuellen Trend zum verlagseigenen Blog – S. Fischer oder Suhrkamp seien hier nur als Beispiele genannt. (mehr …)