Literaturzeitschrift

Auswahl für ]trash[pool #8

Unbenannt-1Zugegeben: Wir haben uns diesmal etwas Zeit gelassen – aber was schickt ihr uns auch so viele gute Texte, dass wir uns erst einmal Verstärkung in die Redaktion holen müssen? Gemeinsam mit unserem Neuzugang, Isabella Caldart von Novellieren, haben wir nun aber endlich unsere Auswahl getroffen.

Freut euch in ]trash[pool #8 auf großartige Beiträge von: Timo Berger, Daniel Breuer, Tom Bresemann, Laura Bon, Raoul Eisele, Yannic Federer, Axel Görlach, Roman Israel, Philip Krömer, Stan Lafleur, Lucia Leidenfrost, Jasmin Mayerl, José Oliver, Michael Spyra, Fabian Steidl, Elisa Weinkötz, Daniel Weiss & Julia Wolf.

Ausgabe 8 von ]trash[pool wird im Herbst dieses Jahres erscheinen. Die bisherigen Ausgaben könnt ihr unter redaktion@trashpool.net oder als Digitalversion bei unserem Partner duotincta bestellen. Vielen Dank für die vielen Einsendungen!

Notizen 6/16

Dezemberfieber-CoverLeider habe ich noch immer keine Zeit und Muße für eine neue Rezension gefunden – andere bloggen zum Glück deutlich regelmäßiger als ich. So zum Beispiel Constanze Matthes auf Zeichen und Zeiten, der ich eine wunderbare neue Rezension zu Dezemberfieber verdanke: Ein Erstling, der es vermag, den Leser sowohl eng an die Handlung und den Helden zu binden, den man manchmal ob seines abgedrehten Verhaltens einfach mal durchschütteln möchte. Eindrucksvoll gelingt es Frank O. Rudkoffsky zudem, sowohl die Gegensätze, die Stimmung und Reize des asiatischen Landes zu beschreiben, als auch detail- und bilderreich Szenen auszugestalten. Großer Verdienst des Buches ist es allerdings auch, die Aufmerksamkeit auf die Krankheit Depression zu richten. Ein Thema, das in der Öffentlichkeit noch längst nicht angekommen ist und noch immer nicht offen debattiert werden kann. (Hier entlang zu weiteren Stimmen zum Roman.)

Dem Thema Depressionen hat sich unlängst auch Karla Paul auf Buchkolumne gewidmet. In ihrer Literaturliste durch die Dunkelheit, in der sie Romane und Sachbücher über die Krankheit zusammengestellt hat, fand dankenswerterweise auch Dezemberfieber Platz. Eine wichtige und gute Liste, die in Zukunft noch erweitert werden soll. Einen der dort genannten Romane – Olivier Adams An den Rändern der Welt – werde ich in Kürze auch auf meinem Blog vorstellen. Auf das Buch gestoßen bin ich übrigens dank einer sehr schönen Rezension bei Kaffeehaussitzer! Auch in der Liste: Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur üblen Sache von David Foster Wallace, das ich im vergangenen Frühjahr besprochen habe.

trashpool7Neues gibt es auch zu ]trash[pool: Auf Logbuch Suhrkamp, dem Blog des Suhrkamp Verlags, werden seit kurzem regelmäßig Literaturzeitschriften vorgestellt – da durften wir natürlich nicht fehlen! In unserem Porträt erzählen wir ein bisschen aus dem Nähkästchen und umreißen nicht nur unser Profil, sondern schildern auch, wie unsere Textauswahl zustande kommt. Vielen Dank an die Redaktion, dass wir uns im Rahmen dieser schönen Reihe vorstellen durften!

Zu guter Letzt noch ein Veranstaltungshinweis: Am Donnerstag, dem 23. Juni, lese ich gemeinsam mit den Autoren Daniel Breuer (duotincta) und Matthias Hirth (Voland & Quist) in Berlin. Mehr Infos zur Lesung im Klub der Republik findet Ihr hier – über ein ein paar bekannte Gesichter im Publikum würde ich mich sehr freuen!

Auswahl für ]trash[pool #7

trashpool7-faceIhr habt es uns wirklich nicht leicht gemacht: Wir hätten aus euren vielen großartigen Einsendungen gleich zwei Ausgaben machen können. Entsprechend schwer fielen uns einige Entscheidungen. Aber nun steht sie, die Auswahl für ]trash[pool #7 – mit mehr AutorInnen als in jedem Heft zuvor!

Freut euch auf Texte von Kerstin Becker, Anna Fedorova, Steffen Greiner, Marcus Hammerschmitt, Carla Hegerl, Sven Heuchert, Matthias Kaiser, Thomas Lässing, Yannick Lengkeek, Luca Lienemann, Andrea Mittag, Bernard Moussian, Tobias Pagel, Martin Piekar, Tina Pokern, Simon Priesching, Elena Schilling, Stefanie Schleemilch, Frank Schliedermann, Klaus F. Schneider, Jan Snela, Katja Thomas, Stephan Turowski, Florian Wacker, Achim Wagner sowie Collagen von Knut van Brijs.

Außerdem haben wir im kommenden Heft einen Schwerpunkt zum Thema Literaturkritik: Im redaktionellen Teil erwarten euch ein Interview mit Volker Weidermann vom Literarischen Quartett sowie eine Rezension von Sophie Weigand (Literaturen)!

]trash[pool #7 erscheint im Herbst – pünktlich zur Frankfurter Buchmesse!

Neue Ausschreibung

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Ab sofort suchen wir Beiträge für die 7. Ausgabe unserer Literatur- und Kunstzeitschrift ]trash[pool – schickt uns eure Texte und Bilder samt Vita einfach bis zum 28.2. an redaktion@trashpool.net! Mehr Infos zur Ausschreibung findet ihr hier. Wir freuen uns auf eure Einsendungen!

]trash[pool-Interview mit Sandra Gugić (Auszug)

astronautenAnfang 2015 erschien Sandra Gugićs viel beachteter Debütroman ASTRONAUTEN bei C.H. Beck. In der aktuellen Ausgabe von ]trash[pool spricht die Open Mike-Gewinnerin von 2012 mit uns über ihre literarische Arbeit.


Liebe Sandra, dieses Interview soll Einblicke in den Entstehungsprozess literarischer Werke, die Textproduktion und Schreibwerkstatt ermöglichen. Darum möchte ich dir gerne einige Fragen zu deiner Schreib- und Arbeitspraxis stellen: Wann schreibst du?

Ruhige Tageszeiten eignen sich natürlich besonders. Zum Beispiel ganz früh morgens, wenn die Gedanken klar sind und noch keine Anrufe und E-Mails eingehen. Ich schreibe gern von spät abends bis zum Sonnenaufgang, das hat einen Reiz, ist aber weder besonders sozial noch gesund. Wenn mir nach langen Tagen in meiner Schreibhöhle/hölle die Decke auf den Kopf fällt, schätze ich auch Lärm und Trubel, ich ziehe eine belebte Umgebung vor, um Notizen und Ideen zu sammeln.

Wo schreibst du?

Notizen mache ich gern auf Reisen, im Flugzeug, in Transiträumen; unterwegs sein und neue Eindrücke aufnehmen schärft meinen Blick, wirft die Gedankenmaschine an. Im Zug klappt manchmal sogar die Feinarbeit. Manchmal schreibe ich in Cafés, wenn es mich nach draußen drängt, und ich den Geräuschteppich fremder Gesprächsfetzen als Backgroundrauschen haben will. Dann wieder brauche ich Stille und die Ruhe meines Arbeitszimmers.

Wie schreibst du, also welche Utensilien verwendest du, arbeitest du eher chaotisch oder strukturiert, denkst du lieber lange nach, bevor du eine Phrase formulierst, und schreibst du eher flüssig und korrigierst dich fortwährend?

Chaos und Struktur haben eigentlich viele Gemeinsamkeiten. Ich tendiere beim Material sammeln und in der ersten Arbeitsphase mehr zum Chaos, aus dem in den nächsten Arbeitsschritten Ordnung und Struktur geschaffen werden muss: kill your darlings usw. Bei den ASTRONAUTEN habe ich lange Zeit Material gesammelt und an jeder der Figuren geschrieben, die Texte immer wieder überarbeitet und verdichtet. Ich schreibe eine erste Version oft in Fragmenten, manchmal geht mir diese erste Version leicht von der Hand, aber eigentlich bin ich keine Schnellschreiberin. Bis zur endgültigen Fassung eines Textes ist es ein langer Weg. Die ASTRONAUTEN haben sich im Schreiben nach und nach vervollständigt, eigene Stimmen bekommen und auch ein Eigenleben entwickelt, dem ich dann folgen musste. Beim Schreiben denke ich stark in Bildern. Auch meine Notizen setzen sich teils aus Fotografien, Schnappschüssen zusammen. Manchmal ist das Bild so klar, dass ein Textteil wie von selbst entsteht. Aber meist ist es viel Arbeit. Wenn ich ausreichend Material beisammen habe, arbeite ich auch analog, in einer Art Cut-up Technik, bei der ich zum Beispiel einen fertigen Text ausdrucke, auf dem Boden meines Arbeitszimmers und allen verfügbaren freien Ablagen auflege, eine Weile betrachte, durchdenke, dann zerschneide, neu sortiere und quasi puzzle, neue Übergänge auf Notizzettel und Post-its kritzele. Oder ich arrangiere Textfragmente so lange und schreibe auch hier Übergänge etc., bis sich ein anderer oder für mich fertiger Text- und Sinnzusammenhang ergibt. Zadie Smith unterteilt in Changing My Mind: Occasional Essays Autor/inn/en in Macro Planner und Micro Manager, ich denke ja, zwei Kategorien reichen unmöglich und müsste ich zwischen diesen Schubladen wählen, würde ich in keine von beiden passen. Aber Zadie Smith ist nichtsdestotrotz eine großartige Autorin.

Machst du einen Unterschied zwischen digitalem und ausgedrucktem Text?

Auf Papier gedruckten Text lese ich anders, genauer, er fühlt sich realer an, ich erkenne besser, wo Fehler, Unstimmigkeiten, Redundanzen und andere Grausamkeiten versteckt sind. Digitaler Text ist beweglich, variabel in scheinbar unendlichen Möglichkeiten von copy&paste und erase&rewind. Was ebenso wichtig ist: der Sound, sprich: sich den Text laut vorzulesen. Das sage ich, auch wenn Michael Lentz in einem Seminar zu mir gesagt hat: Vergessen Sie den Sound, Frau Gugić.

In einem Interview hast du einmal auf die Frage, welches Buch du schon an die Wand geworfen hast, geantwortet, dass du grundsätzlich nicht mit Büchern wirfst – nicht einmal mit Esoterik. Was ist also ein gedrucktes und gebundenes Buch für ein Ding? Gibt es so etwas wie eine beinahe heilige Aura eines Buches, das dem Ding Buch einen besonderen Wert verleiht, ungeachtet seines Inhaltes?

Als Vorschulkind habe ich mir vorgenommen, die deutsche Sprache so perfekt wie möglich zu lernen, damals, vor allem bevor ich lesen gelernt habe, waren Bücher wirklich heilig für mich. Das hängt mit meinem Migrationshintergrund zusammen und der daraus folgernden hohen Dringlichkeit, diese Sprache zu beherrschen. Aber prinzipiell: Nichts sollte allzu heilig sein. Und natürlich ist der Inhalt eines Buches relevant.


Das vollständige Interview könnt ihr in Ausgabe 6 von ]trash[pool lesen – erhältlich über bestellung@trash-pool.de, das Kontaktformular meines Blogs sowie (in Kürze auch digital) bei unserem Vertriebspartner duotincta. Ich danke Lisa Müller für die Freigabe des Gesprächs!

]trash[pool #6 ist da!

Cover_trashpool_2015-07-02.inddWie peinlich! Zwar sitze ich schon seit Wochen auf zwei halbfertigen Blogartikeln herum, die ich dank #fbm15 und Dezemberfieber einfach nicht fertig kriege – aber dass die sechste Ausgabe von ]trash[pool endlich draußen ist, wäre durchaus eine Meldung wert gewesen… Spätestens jetzt gibt es aber einen großartigen Anlass, auf das neue Heft hinzuweisen: Auf Literaturen schrieb Sophie Weigand eine sehr, sehr tolle Rezension zu unseren letzten beiden Ausgaben! ]trash[pool #6 ist ab sofort über bestellung@trash-pool.de, das Kontaktformular meines Blogs sowie in Kürze auch bei unserem Vertriebspartner duotincta erhältlich!

Veröffentlichungen im Herbst

Cover_trashpool_2015-07-02.inddBis ich mich im August für einige Wochen in den Urlaub verabschiede und endlich wieder mehr Zeit zum Lesen habe, stecke ich bis zum Hals in den Vorbereitungen für meine Veröffentlichungen im Herbst. Die sechste Ausgabe von ]trash[pool – u.a. mit Texten von Martin Piekar, Nora Linnemann und Aboud Saeed sowie einem ausführlichen Interview mit Sandra Gugić – veröffentlichen wir rechtzeitig zur Buchmesse im Oktober. Während unsere Gestalterin Nadine Tsalawasilis noch über dem Layout brütet, dürft ihr zumindest schon mal einen Blick aufs nächste Cover werfen.

Dezemberfieber-Cover

Der eigentliche Grund für meinen Besuch in Frankfurt erscheint sogar bereits Mitte September: Zur Zeit arbeite ich zusammen mit meinem Lektor von Duotincta am Feinschliff von Dezemberfieber und erlebe erstmals die fünf typischen Stufen des Lektorats (1.Verneinung, 2. Zorn, 3. Verhandeln, 4. Depression, 5. Akzeptanz); angesichts der Temperaturen draußen sind dankenswerterweise keine allzu hitzigen Debatten zu erwarten. Eine kurze Leseprobe vom Ende des ersten Kapitels gibt es übrigens hier als Download. Und so sehr ich mich auch auf meinen Urlaub freue: Auf diesen Herbst freue ich mich ausnahmsweise mehr!