rezension

Gier. Über „Lutra Lutra“ von Matthias Hirth

lutralutra1999 ist nicht nur das Jahr des Fischotters (Lutra) und das letzte des Jahrtausends. Es ist auch das Jahr, in dem Fleck sein bürgerliches Leben hinter sich lässt und Freiheit im Exzess, in der Maßlosigkeit sucht. Noch vor Kurzem führte Fleck ein normales, geradezu langweiliges Leben. Er hatte einen verhassten Job in der Werbebranche und eine Freundin, die er zwar liebte, aber ständig betrog. Als er nach ihrer Trennung in eine schwere Depression verfällt, bekommt er dank einer Erbschaft jedoch die Chance, sich neu zu erfinden. Es ist ein radikaler Schnitt: Fortan bestimmen Streif- und Beutezüge durch die Nacht seinen Alltag, lebt Fleck seine neu entdeckte Homosexualität in Schwulenbars, SM-Kellern sowie auf Techno- und Fetischpartys aus. Anfangs noch zögerlich und von spielerischer Neugierde angetrieben, wird Fleck mit der Zeit immer gieriger, rücksichtsloser, extremer. Irgendwann sind die vielen Bekanntschaften aus der Szene nur noch Mittel zum Zweck, degradiert zu Variablen in Flecks radikalem Persönlichkeitsexperiment. Er will um jeden Preis ein anderer werden und ist bereit, dafür notfalls über Leichen zu gehen.

Ein Psychopath?

Ganze 736 Seiten lang begleitet Autor Matthias Hirth seinen Protagonisten auf dessen Selbstfindungstrip und diskutiert die Lügen und Brüche einer oberflächlichen Gesellschaft in etlichen Monologen, die er Fleck selbst, aber auch den vielen, mitunter skurrilen Figuren aus dem Nachtleben in den Mund legt. In diesen Passagen weckt Lutra Lutra manchmal Assoziationen an Chuck Palahniuks Tyler Durden aus Fight Club („Erst wenn du alles verloren hast, hast du die Freiheit, alles zu tun“), in seiner Anlage erinnert der Roman aber vor allem an American Psycho von Bret Easton Ellis. Parellelen gibt es viele: das Sezieren einer gesellschaftlichen Szene als Folie für einen bestimmten Zeitgeist. Die immer krasseren Versuche der Protagonisten, ihrer inneren Leere durch Exzess zu entrinnen. Die expliziten, fast nüchternen Beschreibungen von Sex und Gewalt, die sowohl die Figuren als auch den Leser mit der Zeit abstumpfen lassen. Der repetitive Plot und ein Ausbruch aus der Monotonie in einer finalen Eskalation. Dennoch ist Lutra Lutra ein sehr viel geerdeterer Roman. Fleck ist nicht Patrick Bateman. Er schwankt zwischen Gleichgültigkeit, Euphorie und Depression, ist egozentrisch, manipulativ und zu keiner Empathie imstande – die tragische Nebenfigur Meinhard nennt Fleck einen Psychopathen und liegt damit sicher nicht ganz falsch. Trotzdem ist Fleck keine Karikatur, bleibt sein Leiden an sich und der Welt glaubhaft. Denn was Fleck antreibt, ist vor allem eine tief empfundene Schuld gegenüber seiner Exfreundin, die seinetwegen ihr gemeinsames Kind abtreiben ließ.

Die Schuld nach außen tragen

Fleck will frei sein, frei von Schuld und frei von gesellschaftlichen, moralischen Grenzen. Dabei bleibt er stets ambivalent: Will er sich ihrer bloß entledigen, weil ein Gewissen zu lästig und einengend ist? Oder bestraft er sich, weil er glaubt, es nicht verdient zu haben, weiter Mensch zu sein? Als Leser ist man hin und hergerissen zwischen Mitleid, Faszination und Verachtung. Dabei ist Fleck durchaus zu Gefühlen fähig. Nach einer amour fou mit dem Stricher Jenia, der bloß Spielchen mit ihm treibt, erreicht er jedoch seinen point of no return: Fleck will dieselbe Macht über andere, die Jenia über ihn hatte. Erst spät wird ihm klar, dass er diese Macht schon längst besitzt: über seinen braven Exfreund Felix, den er immer wieder ins Leere laufen lässt. Und über den einsamen Verlierer Meinhard, der an seiner unerwiderten Liebe zu beiden zu zerbrechen droht. Doch diese Spielchen reichen Fleck inzwischen nicht mehr aus. Um wirklich frei zu sein, glaubt er, etwas Böses tun zu müssen: einen sinnlosen Akt der Gewalt als Demonstration von wahrer Macht über jemand anderen. Indem er es absichtlich zur Katastrophe kommen lässt, trägt Fleck seine tiefe, aber unsichtbare Schuld nach außen – und setzt damit Ereignisse in Gang, die am Ende des Romans in eine gemeine, fast schadenfreudige Pointe münden. Fleck muss begreifen, dass er seinen Seelenfrieden nur auf eine einzige Weise finden kann: indem er sein Schicksal in die Hände eines anderen legt, ganz gleich, wie dessen Urteil über ihn ausfällt.

Das Platzen der Blase

Lutra Lutra ist ein Roman über Sex und über Macht, im Kern setzt sich Matthias Hirth in ihm aber vor allem mit Schuld in in all ihren Facetten auseinander; nicht umsonst hebt er in seiner Danksagung Dostojewskis Verbrechen und Strafe (bzw. Schuld und Sühne) als zentrale Inspirationsquelle hervor. Im Mittelpunkt steht aber auch der Zeitgeist des ausgehenden Jahrtausends: 1999 war die Welt noch eine andere. Handys waren noch eine Seltenheit und das Internet ein Versprechen. Einen 11. September hätte sich niemand vorstellen können, vielmehr gab man sich nach der Wende noch immer der Hoffnung vom vermeintlichen Ende der Geschichte hin. Hirth beschreibt das Jahr 1999 wie das Ende einer langen und zügellosen Party, über die bereits der Schatten eines bösen Erwachens schwebt. Manchen seiner Figuren legt er pessimistische Vorahnungen über die Welt, in der wir heute leben, in den Mund. Am Schluss herrscht Katerstimmung: Nicht zufällig endet der Roman, als im Frühjahr 2000 die Dotcom-Blase platzt. Flecks ungezügelter Hedonismus, seine Gier nach Sex als Machtinstrument und das Leben von einer Erbschaft, die eines Tages aufgebraucht sein wird: Das alles setzt Matthias Hirth geschickt in Beziehung zu den realen Ereignissen des Handlungsrahmens.

Lutra Lutra ist ein extremer Roman. Die vielen expliziten Schilderungen von Flecks sexuellen Ausschweifungen und die finale Entladung in Gewalt sind nichts für Zartbesaitete. Auch führen die ständigen Eskapaden beim Lesen bisweilen zur Ermüdung. Aber das muss so sein: Nur so ist man imstande, die Monotonie und Leere in Flecks Leben nachzuempfinden, nur so kann sich das Finale des Romans mit voller Wucht entfalten. Diese Kompromisslosigkeit macht Lutra Lutra zu einer manchmal anstrengenden Lektüre. Aber eben auch zu einem außergewöhnlichen und großen Roman, der lange nachwirkt.

[Nachtrag 3.10.2016: Für die siebte Ausgabe von ]trash[pool habe ich ein ausführliches Interview mit Matthias Hirth geführt.]


Lutra Lutra von Matthias Hirth. Erschienen bei Voland & Quist, 736 Seiten, ISBN: 3863911369. Eine weitere, sehr schöne Besprechung des Romans gibt es auch bei Sounds & Books zu lesen.

Zwei Schritte zurück. Über „An den Rändern der Welt“ von Olivier Adam

DSC_0164bPaul hat alles hinter sich gelassen. Als einer der wenigen hat er es aus der prekären Banlieue herausgeschafft und sich ein neues Leben aufgebaut. Von seiner Heimat, seinen Freunden und sogar seiner Familie entfremdet, ist Paul selbst optisch kaum wiederzuerkennen: Aus dem magersüchtigen, unsicheren Teenager von damals ist ein beleibter Familienvater und Schriftsteller geworden. Seinen inneren Dämonen entkommt Paul jedoch nicht. Schon als Zehnjähriger erfasste ihm beim Hinunterschauen von einer Klippe Todessehnsucht. Seine Depressionen drängen ihn seither immer weiter an den Rand, treiben ihn aus Paris und bis an die Küste der Brétagne, wo er zumindest für eine Weile mit seiner Frau Sarah und ihren innig geliebten Kindern Frieden findet, ehe sie die Last seiner Krankheit nicht mehr (er)tragen kann und Paul verlässt.

Ausgerechnet jetzt soll er in seine verhasste Heimat zurückkehren – weil seine Mutter nach einem schweren Sturz im Krankenhaus liegt, braucht sein Vater Pauls Hilfe. In der Banlieue trifft Paul auf alte Freunde, alte Liebschaften und alte Wunden, vor allem aber auf eine Stadt im Niedergang. Alles ist in Auflösung begriffen: Seine Mutter baut täglich stärker ab, und sein mürrischer Vater will das Haus, in dem er mit seinem Bruder aufgewachsen ist, verkaufen, um in ein altersgerechtes Wohnheim zu ziehen. Paul wird vom Getriebenen zum Heimatlosen: In sein altes Leben will und kann er nicht zurück. Aber auch sein Gegenwärtiges, dasjenige, das er sich gemeinsam mit Sarah aufgebaut hat, bleibt ihm versperrt. Ihr Haus in der Brétagne, das sie jahrelang mit viel Liebe zum Detail in ein Zuhause verwandelt haben, darf er nur noch als Gast betreten, während ihn ein Anderer als Familienvater und Ehemann zu ersetzen droht.

Kein Schritt nach vorne und zwei zurück

Als Symbol für seine Hoffnungslosigkeit verfolgt Paul voller Entsetzen in den Nachrichten, wie ein Tsunami eine Schneise der Zerstörung in seinen Sehnsuchtsort Japan reißt – ausgerechnet das Land, in dem er mit Sarah und den Kindern am glücklichsten gewesen ist und in das er hoffte, eines Tages mit ihnen zurückzukehren. Nach der Kernschmelze in Fukushima scheint diese Zukunft, diese Hoffnung auf lange Sicht verbaut. Paul schaut einmal mehr in den Abgrund und muss begreifen, dass ein Schritt nach vorne der eine zu viel wäre. Und dass er vielmehr zwei Schritte zurückgehen muss, um endlich Frieden mit sich zu schließen.

Ich habe den Roman kurz nach Rolf Lapperts Über den Winter gelesen, der eine ganz ähnliche Geschichte erzählt. Trotz vieler Parallelen könnte der Sound beider Romane aber kaum unterschiedlicher sein. Olivier Adams Ich-Erzähler Paul ist weitaus geschwätziger als Lapperts verschlossener Protagonist Salm, der nur wenig von sich preisgibt; die karge, reduzierte Prosa in Über den Winter spiegelt den Geisteszustand seiner Figur allerdings besser wider. Paul erzählt viel von sich, oft zu viel, und nimmt dem Leser damit Raum für eigene Gedanken, Assoziationen, Interpretationen. Etwas mehr Verdichtung hätte dem Roman an vielen Stellen gut getan. An den Rändern der Welt ist dennoch ein gelungener, melancholischer und teils sogar politischer Roman, der seine Figuren ernst nimmt und darüber hinaus ein deprimierendes Bild französischer Vorstädte zeichnet.


Olivier Adam: An den Rändern der Welt. Erschienen bei Klett-Cotta, aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn, ISBN: 978-3-608-98004-2. Auf den Roman gestoßen bin dank dieser sehr schönen Rezension bei Kaffeehaussitzer.

Egal. Über Ronja von Rönnes „Wir kommen“

wirkommenWir sollen uns Sorgen um Nora machen: Nora, die zunehmend unglücklich in einer Viererbeziehung lebt. Nora, die plötzlich Panikattacken hat und deshalb einen Therapeuten aufsucht. Nora, die nicht wahrhaben will, dass ihre Kindheitsfreundin Maja tatsächlich gestorben ist. Wenn wir uns in Ronja von Rönnes Debütroman Wir kommen um jemanden Sorgen machen sollen, dann klingt das so: „Seit zwei Wochen kippt alles, was gut war, ins nicht so Gute.“ Ein Satz mit der emotionalen Wucht ironischer Postkarten aus dem Werbeständer – und davon gibt es viele in diesem Roman.

Am Anfang von Wir kommen steht der Unglaube an Majas Tod, und das ist insofern passend, als dass Maja, die wir in eingestreuten Rückblenden kennen lernen dürfen, mit Abstand die lebendigste Figur des Romans ist. Laut Ich-Erzählerin Nora war alles an Maja unbedingt, und das unterscheidet sie stark von Nora und ihren Partnern Jonas, Leonie und Karl: Das Vierergespann mit der Erotik einer gelangweilten Soziologen-WG ist nämlich eher larifari als unbedingt und bleibt dem Leser deshalb leider auch ziemlich egal. Die permanente selbstreflexierende Ironisierung des Geschehens macht Wir kommen zwar stellenweise zu einer amüsanten Lektüre, schafft zugleich aber auch eine Distanz, die kaum Empathie mit den Figuren zulässt.

Harte Schale, toter Kern

Natürlich ist das Absicht: Die Gleichgültigkeit und Taubheit sind symptomatisch für Noras emotional unaufrichtiges Leben, in dem alles bloß Behauptung, bloß Fassade ist. Die Beziehung, in der alle zu viert einsamer sind als zu zweit, wird nur noch von der Idee zusammengehalten und steht kurz vor dem Aus. Auch der Job fürs Trashfernsehen und ihr oberflächliches Umfeld aus Kreativen und Halbprominenten füllen Noras Leben schon lange nicht mehr aus. Nora geht es wie der Schildkröte ihrer Freundin, die sie, ohne dass sie es bemerkt, tagelang als Leiche spazieren trägt: Unter der harten Schale zum Schein ist sie innerlich längst tot. Noras Panikattacken sind nicht nur ein Ventil für unterdrückten Schmerz – sie zeugen auch von einer seelischen Notwendigkeit, endlich wieder etwas zu fühlen, etwas Echtes, Unbedingtes. Zum Beispiel die echte Nähe und unbedingte Verbundenheit, nach der sie sich insgeheim mit Jonas sehnt.

Leider gelingt es Ronja von Rönne nicht, diese emotionale Dringlichkeit glaubhaft zu vermitteln. Noras Ängste lassen sich als Leser nicht nachempfinden, sondern werden bloß behauptet; sie sind erkennbar Teil einer literarischen Versuchsanordnung vom Reißbrett, deren Figuren stets Schablonen bleiben – und damit egal. Das ist tatsächlich schade: Wir kommen ist ein amüsantes Debüt mit Sprachwitz und Tempo, das, obwohl es sich oft eher wie eine Kolumne mit Überlänge als wie ein Roman liest, an manchen Stellen durchaus brilliert. Die Idee, mit einem Flüchtling als angesagtes Must-have-Accessoire auf einer Party zu prahlen („Ich habe jetzt auch einen!“) ist zum Beispiel großartige Satire. Doch auch Noras seelische Erkrankung wird wie ein erzählerisches me-too abgehakt: hat man heute eben so in Romanen junger AutorInnen, gehört halt dazu. Der Roman nimmt die Krankheit nicht ernst, und das ist wahrscheinlich das Ärgerlichste und Enttäuschendste an ihm – dicht gefolgt von der Vermutung, dass Ronja von Rönne mit mehr Zeit und weniger Hype vielleicht ein sehr viel besserer Roman gelungen wäre.


Ronja von Rönne: Wir kommen. Erschienen im Aufbau Verlag, ISBN: 978-3-351-03632-4. Andere Besprechungen u.a. bei Buchrevier oder auf Literaturen.

„He is full of despair.“ Über Benjamin von Stuckrad-Barres „Panikherz“

stuckiDamals in den Neunzigern war Benjamin von Stuckrad-Barre meine erste Lesung – und hat mich für alle darauffolgenden ein bisschen versaut: was für eine Show! Sein Debüt Soloalbum fand ich zwar amüsant, aber zu stark an die Bücher von Nick Hornby & Co angelehnt – stereotypische Popliteratur ohne großen Mehrwert. Auf der Bühne riss Stuckrad-Barre dagegen ein Feuerwerk ab: eine absolute Rampensau, schnell wie Schmidt und unberechenbar wie Kaufman. Das war keine Lesung, sondern Rock’n Roll! Trotzdem wusste ich nicht, was mich erwarten würde, als ich ihn im April 2016 im Theaterhaus Stuttgart zum zweiten Mal sah. Zwischen beiden Lesungen lagen fast zwanzig Jahre und soviel Rock’n Roll, dass es an ein Wunder grenzt, diesen Mann wieder live auf der Bühne zu sehen. Nach der Lektüre von Panikherz sah ich ihn plötzlich mit anderen Augen: Mit derselben gnadenlosen Scharfsicht, mit der er andere in seinen Texten seziert, schreibt Stuckrad-Barre in seiner Autobiografie über seinen Absturz in Kokainsucht und Bulimie. Verstörend offen, aber nicht ohne Humor erzählt Panikherz vom Wahnsinn seiner verlorenen Jahre und der späten Rettung in den zweiten Akt seines Lebens – die er zum Teil ausgerechnet seinem Kindheitsidol Udo Lindenberg zu verdanken hat.

Wie lässt sich ein so erschütterndes, manchmal gar demütiges Buch mit der öffentlichen Person, der Rampensau Stuckrad-Barre, vereinbaren? Die Antwort ließ auf der Lesung nicht lange auf sich warten: gar nicht. „Stuckiman“ bot im Theaterhaus genau das, was man von ihm auf der Bühne erwartet – ein Comedyprogramm für Menschen, die Comedyprogramme hassen, irgendwo zwischen Latenight und Personality Show. Aus Panikherz las er vornehmlich die lustigen Passagen, in Erinnerung blieben aber vor allem Showeinlagen wie der T-Shirttausch mit einem RTL-Redakteur und sein Crowdsurfing über die Ränge. Benjamin von Stuckrad-Barre hat das Publikum, mich eingerechnet, an diesem Abend bestens unterhalten – seinem Buch wurde er dabei allerdings nicht gerecht.

Keine Frage: Oft liest sich „Panikherz“ wie ein typischer Stuckrad-Barre und ist dank gewohnt präziser Beobachtungen so selbstgerecht wie witzig. Wie er sich nach der behüteten Kindheit in einer Pastorenfamilie und seiner Schulzeit als Loser fintenreich und hakenschlagend zum Shooting Star der Popliteratur mausert, ist klassischer Coming of Age-Stoff und durchaus unterhaltsam; in seinen stärksten Momenten ist Panikherz aber ein düsteres und hartes Buch. Wenn Stuckrad-Barre über seine körperliche, auch geistige Verwahrlosung durch Bulimie und Kokainsucht schreibt, über seine Entzüge und Abstürze, sein Leben in vermüllten Wohnungen und Hotelzimmern, ist seine Autobiografie so schonungslos ehrlich, dass es weh tut. (mehr …)

Notizen 6/16

Dezemberfieber-CoverLeider habe ich noch immer keine Zeit und Muße für eine neue Rezension gefunden – andere bloggen zum Glück deutlich regelmäßiger als ich. So zum Beispiel Constanze Matthes auf Zeichen und Zeiten, der ich eine wunderbare neue Rezension zu Dezemberfieber verdanke: Ein Erstling, der es vermag, den Leser sowohl eng an die Handlung und den Helden zu binden, den man manchmal ob seines abgedrehten Verhaltens einfach mal durchschütteln möchte. Eindrucksvoll gelingt es Frank O. Rudkoffsky zudem, sowohl die Gegensätze, die Stimmung und Reize des asiatischen Landes zu beschreiben, als auch detail- und bilderreich Szenen auszugestalten. Großer Verdienst des Buches ist es allerdings auch, die Aufmerksamkeit auf die Krankheit Depression zu richten. Ein Thema, das in der Öffentlichkeit noch längst nicht angekommen ist und noch immer nicht offen debattiert werden kann. (Hier entlang zu weiteren Stimmen zum Roman.)

Dem Thema Depressionen hat sich unlängst auch Karla Paul auf Buchkolumne gewidmet. In ihrer Literaturliste durch die Dunkelheit, in der sie Romane und Sachbücher über die Krankheit zusammengestellt hat, fand dankenswerterweise auch Dezemberfieber Platz. Eine wichtige und gute Liste, die in Zukunft noch erweitert werden soll. Einen der dort genannten Romane – Olivier Adams An den Rändern der Welt – werde ich in Kürze auch auf meinem Blog vorstellen. Auf das Buch gestoßen bin ich übrigens dank einer sehr schönen Rezension bei Kaffeehaussitzer! Auch in der Liste: Der Planet Trillaphon in seinem Verhältnis zur üblen Sache von David Foster Wallace, das ich im vergangenen Frühjahr besprochen habe.

trashpool7Neues gibt es auch zu ]trash[pool: Auf Logbuch Suhrkamp, dem Blog des Suhrkamp Verlags, werden seit kurzem regelmäßig Literaturzeitschriften vorgestellt – da durften wir natürlich nicht fehlen! In unserem Porträt erzählen wir ein bisschen aus dem Nähkästchen und umreißen nicht nur unser Profil, sondern schildern auch, wie unsere Textauswahl zustande kommt. Vielen Dank an die Redaktion, dass wir uns im Rahmen dieser schönen Reihe vorstellen durften!

Zu guter Letzt noch ein Veranstaltungshinweis: Am Donnerstag, dem 23. Juni, lese ich gemeinsam mit den Autoren Daniel Breuer (duotincta) und Matthias Hirth (Voland & Quist) in Berlin. Mehr Infos zur Lesung im Klub der Republik findet Ihr hier – über ein ein paar bekannte Gesichter im Publikum würde ich mich sehr freuen!

Die Stille nach dem Urknall. Über „Weiter als der Himmel“ von Pippa Goldschmidt

weiteralsderhimmelNicht selten ist ein Buch, nachdem man es zur Seite gelegt hat, fast vergessen, sobald man sich das nächste zur Hand nimmt. Manche dagegen lassen einen nicht los: Pippa Goldschmidts Roman „Weiter als der Himmel“ las ich bereits im Sommer, fand seither aber einfach keine Zeit, eine Rezension zu schreiben. Doch obwohl ich inzwischen viele andere Bücher gelesen habe, wollte ich meinen Blog mit gerade diesem aus dem Winterschlaf wecken. Aufgrund nur vager Erinnerungen und inzwischen kryptischer Notizen musste ich, um mein Gedächtnis aufzufrischen, den Roman noch einmal querlesen – und näherte mich damit ganz automatisch seinem Kernthema an: dem Versuch, eine Verbindung zu etwas Vergangenem herzustellen.

Eine traumatisierte Familie

Eigentlich läuft alles bestens für Jeanette. Als frisch promovierte Astronomin hat sie die Weichen für ihre Zukunft gestellt und kann endlich entkommen: „Dem Zuhause, der Depression des Sofas, dem radioaktiven Leuchten des Fernsehers, dem außerirdischen Vakuum im Haus und der Zigarettenasche, die auf alles niederrieselt wie Erde auf einen Sarg.“ Trotzdem lässt sie die Vergangenheit nicht los. Ein tragischer Unfall aus ihrer Kindheit wirft einen Schatten, aus dem Jeanette noch immer nicht heraustreten kann: „Im Sommer, in dem Jeanette zehn Jahre alt ist, explodiert ihr Zuhause. Ein heftiger Blitz fegt durch alle Räume, entzieht ihnen Luft und Geräusche und Farben, macht alles blendend weiß, makellos still.“ Seit dem Ertrinken ihrer großen Schwester Kate, als Schwimmwunderkind der ganze Stolz ihrer Eltern, driftet die traumatisierte Familie auseinander wie nach einem Urknall. Es entsteht ein kaltes neues Universum mit scheinbar unumstößlichen Naturgesetzen: ein expandierendes Weltall ohne Schall, in dem niemand mehr über Kate spricht und sich alle immer weiter voneinander entfernen. Das jahrelange Schweigen fordert seinen Tribut: Die Schwerkraft der unterdrückten Trauer lässt Jeanettes Mutter in eine Depression versinken, während ihr Vater nach einem selbstverursachten Brandunfall aus der familieneigenen Umlaufbahn geschleudert wird und heimlich seinen Seelenfrieden in den Armen einer anderen Frau sucht. Jeanette hadert hingegen mit ihrem Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der von allen bewunderten Schwester, die selbst im Tod, selbst im Schweigen noch immer im Mittelpunkt der Familie steht.

Auf der Suche nach Verbundenheit

Auch als promovierte Astronomin muss Jeanette um Wahrnehmung kämpfen. Als eine der wenigen Frauen des Wissenschaftsbetriebs ist sie einem harten Konkurrenzkampf und herablassendem Sexismus ausgesetzt. Umso größer ist die Aufregung über ihre Entdeckung zweier Galaxien, die – entgegen der Gesetze der Standard-Urknalltheorie – miteinander verbunden zu sein scheinen. Weil Jeanettes Daten eindeutig sind, hält sie allen Widerständen zum Trotz an ihnen fest. Ein Affront: Ihre Entdeckung stellt schließlich nicht nur die gängige Lehrmeinung in Frage, sondern auch ein System, das von alten Männern und speichelleckenden Karrieristen verteidigt wird. Aufgrund ihrer Entdeckung erlebt Jeanette beruflich eine Berg- und Talfahrt, die sich auch im Privaten spiegelt. Zu Beginn des Romans herrscht in Jeanettes Leben noch gähnende Leere; von ihren Eltern entfremdet, wahrt sie auch zu ihren Mitmenschen zumeist Distanz und versteckt sich hinter nüchternem Sarkasmus. Dann lässt Jeanette jedoch erstmals seit Jahren Nähe zu und verliebt sich trotz Bindungsangst in ihre langjährige Freundin Paula – wohlwissend um das Risiko einer amour fou, die sie noch weiter aus der Bahn werfen könnte. (mehr …)

Der andere Salinger

GilbertIn David Gilberts Roman „Was aus uns wird“ dreht sich alles um einen gealterten Schriftsteller, der sich vor Jahrzehnten gleich mit seinem Debüt, einem gefeierten Coming-of-age-Roman, in den Literaturkanon Amerikas schrieb und später zur Legende wurde, weil er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog und als Autor verstummte. Die Parallelen sind kein Zufall, dennoch ist A.N. Dyer keine fiktionalisierte Version J.D. Salingers, sein Roman „Ampersand“ kein Chiffre für den „Fänger im Roggen“: Salinger ist lediglich der Maßstab für A.N. Dyers Status als Autor.

Doch Andrew Dyers Erfolge als Schriftsteller liegen lange zurück – inzwischen ist er nicht nur alt und gebrechlich, sondern hat auch längst seine Stimme verloren: Seit seiner letzten Veröffentlichung sind Jahrzehnte vergangen. Selbst die Grabrede für seinen besten Freund, Charlie Topping, traut sich Andrew nicht mehr zu und lädt sich stattdessen einen seelenlosen Standardtext aus dem Netz. Das Begräbnis seines Kindheitsfreundes veranlasst ihn jedoch dazu, seine entfremdeten Kinder für ein womöglich letztes gemeinsames Familientreffen nach New York einzubestellen. Andrew Dyer will aber nicht nur seine Angelegenheiten regeln, sondern vor allem ein lange gehütetes Geheimnis lüften.

Franzen lässt grüßen

Die Anlage von David Gilberts Roman erinnert zunächst stark an Jonathan Franzens „Die Korrekturen“: Im Vordergrund stehen die gescheiterten Biografien der Kinder, die zu einer letzten Familienzusammenkunft gedrängt werden, während eine übergeordnete Handlung – hier: die New Yorker Literaturszene und der lange Schatten des Jahrhundertromans „Ampersand“ – die Erzählstränge beisammenhält. Wie so häufig ist der Nachwuchs im Schatten eines großen Mannes verkümmert. Andrew Dyer war kein besonders guter Vater, entsprechend schlecht ist das Verhältnis zu seinen erwachsenen Söhnen Richard und Jamie, die bislang nur wenig im Leben erreicht haben. Ex-Junkie Richard, inzwischen Familienvater und Drogenberater, hofft auf den großen Durchbruch als Drehbuchautor, wird aber nur deshalb von einem Hollywood-Star hofiert, weil dieser auf die Filmrechte von „Ampersand“ schielt. Jamie reist dagegen mit seiner Kamera als Elendstourist durch die Welt und dokumentiert in Kurzfilmen das reale Grauen, ohne etwas dabei zu empfinden. Ihr Stiefbruder Andy – zumindest offiziell das Ergebnis eines Seitensprungs, der die Ehe der Dyers zerstörte – ist den beiden fremd. Der erst siebzehnjährige Andy lebt alleine bei seinem immer anhänglicheren Vater und will eigentlich nur eines: endlich seine Jungfräulichkeit verlieren.

So weit, so Franzen – wäre da nicht noch Philip Topping, Sohn des verstorbenen Charly und Erzähler des Romans. Philip ist nicht bloß ein großer Bewunderer A.N. Dyers, sondern sehnte sich schon immer danach, Teil von dessen Familie zu sein. In Sachen Scheitern steht Philip seinen Wunschbrüdern in nichts nach: Er ist als Lehrer suspendiert, hat nach einer Affäre seine Familie verloren und wird vermutlich nie über den Status eines Möchtegern-Schriftstellers hinauskommen. Viel stärker nagt an ihm jedoch die Ablehnung, die er bereits als Kind durch Richard und Jamie erfahren hat; sie haben Philip nie als ihresgleichen akzeptiert, sondern bloßgestellt und gehänselt, wann immer sich ihnen die Gelegenheit bot. Dass ausgerechnet ihr Opfer Philip, seit Kindheitstagen gequält von unerwiderter Zuneigung, über ihr Leben schreibt, macht ihn zu einem höchst unzuverlässigen Erzähler, dem man als Leser (und als Dyer!) nicht trauen sollte. Philip bleibt zwar immer in der Nähe der Figuren – teils, weil er nach dem Rauswurf seiner Ehefrau und dem Tod seines Vaters einige Tage bei Andrew wohnen darf, teils, weil er den Dyers wie ein Stalker nachspürt -, ist aber nur an den wenigsten Szenen des Romans unmittelbar beteiligt. (Vorsicht, beim Weiterlesen drohen Spoiler!)  (mehr …)

Stichproben aus einem Literaturautomaten

DSC_0425Ich muss gestehen: Die Anzahl der Sonnentage verhält sich derzeit leider antiproportional zu der meiner Blogeinträge. Doch (Zeit-)Not macht bekanntlich erfinderisch: Gute Literatur findet man schließlich nicht nur in dicken Wälzern, sondern auch in kurzen, manchmal sogar Kürzesttexten. Während ich in meiner letzten Rezension das Preis-/Leistungsverhältnis einer großartigen, im Format jedoch aufgeblasenen Kurzgeschichte von David Foster Wallace thematisierte, gehe ich heute sogar noch einen Schritt weiter und stelle Literatur im Miniaturformat vor: Texte aus dem Automaten.

Seit 2006 haben Pamela Granderath und Christine Brinkmann an inzwischen 15 Standorten – meist Kulturzentren – Literaturautomaten aufgestellt, an denen man sich für zwei Euro von Texten unterschiedlichster Art überraschen lassen kann. Bis auf den Titel und den Namen des Autors bzw. der Autorin weiß man nicht, was einen erwartet; auch online wird nicht verraten, ob sich in den Schachteln ein Heftchen mit Prosa oder Lyrik verbirgt. Zudem gibt es noch einen Überraschungsschacht, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt – nach eigenen Angaben vielleicht sogar ein Daumenkino.

Schon als Kind habe ich mein hart erschnorrtes Taschengeld gerne in Automaten gesteckt und damals eine – zugegeben: etwas verschrobene – Sammelleidenschaft für jene Stoffwürmer entwickelt, die man an vermeintlich unsichtbaren Fäden hinter sich her ziehen konnte; über mein späteres, jahrelanges Münzinvestment hülle ich an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens (wenn auch mit einem nervösen, hypochondrischen Hüsteln). Bei den vier Euro, die ich im Stuttgarter Kulturzentrum Merlin ließ, hatte ich jedenfalls das überaus seltene Gefühl einer sinnvollen Automateninvestition. Von den zehn Schächten war die Hälfte bereits ausverkauft, also entschied ich mich spontan für die Titel, die mich auf den ersten Blick am neugierigsten machten. (mehr …)

Besorgter als Bono: Über Dave Eggers Entwicklung als Autor und sein gesellschaftliches Engagement

Eines vorweg: Ich werde gar nicht erst versuchen, auf meinem Blog mit anderen Buchbloggern um die neuesten und besten Rezensionen zu konkurrieren – das wäre von an Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ich ziehe meinen Hut vor dem Leseeifer anderer Blogger, die im Jahr vermutlich genügend Bücher schaffen, um mit den Stapeln in ihren Wohnzimmern die Skyline von New York nachzubauen. Ich käme da wahrscheinlich bestenfalls auf Wuppertal, als Leser gleiche ich nämlich eher einem Quartalssäufer. Manchmal lese ich monatelang nichts – vor allem, wenn ich gerade selber schreibe -, dann aber gleich wieder sechs Romane am Stück. Weil ich jedoch immer weniger lese, als ich eigentlich möchte, macht mir der Stapel ungelesener Bücher auf meinem Regal stets ein schlechtes Gewissen. Allerdings gibt es eine Handvoll Autoren, die mir aus unterschiedlichen Gründen so viel bedeuten, dass ich deren neuesten Veröffentlichungen immer sofort lesen muss. Einer von ihnen, Dave Eggers, war im letzten Jahr wegen seines Romans The Circle in aller Munde; sein hierzulande erfolgreichster Roman ist ein relevanter und durchaus wichtiger Kommentar zur social media-Gesellschaft, aber sicher nicht Eggers beste Arbeit. Warum mich seine anderen Romane mehr überzeugt haben und inwiefern er mich vor allem über sein Schreiben hinaus inspiriert hat, möchte ich darum anhand einer ausführlichen Werkschau begründen.

Die Dringlichkeit eines Idealisten

Als sein Debüt 2001 in Deutschland herauskam, bin ich gleich auf Dave Eggers hereingefallen. Der Titel seines großteils autobiographischen Romans – Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität – war so ironisch wie brillant, entsprach allerdings nur der halben Wahrheit: Die Geschichte, wie Eggers mit 22 seinen achtjährigen Bruder Toph großziehen muss, weil ihre Eltern innerhalb weniger Wochen verstorben sind, ist tatsächlich herzzerreißend. Genial ist das Buch aber nur zu Anfang. Das Spiel mit der Metaebene und den postmodernen Brechungen im langen Vorwort hat mir, weil ich z.B. David Foster Wallace damals noch nicht kannte, ganz neue, aufregende Möglichkeiten von Literatur aufgezeigt; in diesem hat Eggers allerdings auch schon vorweggenommen, dass das Buch ab Seite 135 „irgendwie unausgewogen“ sei – leider zurecht. Das erste Drittel des Romans begeistert noch mit emotionaler Wucht: Hilflosigkeit und Schmerz sind genauso unmittelbar wie der trotzige, unbedingte Willen zum Leben, den die Familientragödie bei Eggers ausgelöst hat. Wider allem Leid strotzt sein Debüt nur so von Komik und Lebenslust. Im weiteren Verlauf der Handlung blitzen zwar immer wieder geniale Momente auf, doch leider mangelt es ihr zunehmend an Stringenz; immer öfter verliert sich der Roman in Nebenschauplätzen und fasert aus. Dennoch blieb für mich der Eindruck, hier auf eine aufregende neue Stimme der amerikanischen Gegenwartsliteratur gestoßen zu sein.

Eggers erster fiktionaler Roman Ihr werdet (noch) merken, wie schnell wir sind – eines meiner absoluten Lieblingsbücher – setzt sich praktisch aus denselben Zutaten wie sein Debüt zusammen, schafft es zugleich aber auch, eine spannende und mitreißende Geschichte zu erzählen. Wieder einmal ist es der Tod, der die Ereignisse in Gang setzt: Um den Verlust ihres besten Freundes zu verarbeiten, brechen Will und Hand zu einer fünftägigen, planlosen Weltreise auf und versuchen auf dieser, so viel Geld wie möglich zu verschenken – was zu allerhand skurrilen und abenteuerlichen Situationen führt. Trotz allen Humors bleibt der Leidensdruck der Protagonisten immer erkennbar. Als Leser spürt man eine permanente Dringlicheit, die sich auch in der Gestaltung der deutschen Erstausgabe spiegelt: Die Handlung setzt bereits auf dem Cover ein und lässt keinen Platz für editorische Hinweise. Es besteht kein Zweifel: Diese Figuren haben keine Zeit zu verlieren. Dieselbe Dringlichkeit spürt man auch beim Autor: Da ist einer, der muss etwas erzählen; diese Geschichte, dieses Thema muss aus ihm heraus.  (mehr …)